nina+nico  wurde 1991 als eine Beratungsstelle für von Gewalt betroffene Mädchen, Jungen und Frauen von der damaligen Gleichstellungsbeauftragten der Stadt Gummersbach, Susanne Voigt, initiiert.

Anlass war der Mangel an adäquaten Beratungsangeboten für

von sexualisierter Gewalt Betroffene, sowie die erhöhte Sensibi-

lisierung innerhalb der Bevölkerung für dieses Thema.

Als sich die Anfragen aus dem gesamten Kreisgebiet häuften,

und sich die Stadt Gummersbach deshalb aus der Finanzierung

ausklinkte, gründeten wir, d.h. 8 Frauen,  1996 den gemeinnützigen Verein nina + nico e.V.

Anfangs arbeitete – neben vielen ehrenamtlich tätigen Frauen –

eine auf Honorarbasis angestellte Beraterin, die einmal pro

Woche eine offene Beratungsstunde  in den Räumen des

Bruno Goller-Hauses anbot und Beratungen an verschiedenen

Gummersbacher Schulen durchführte.

Mittlerweile gibt es – außer den drei ehrenamtlich tätigen

Vorstandsfrauen – 7 auf Honorarbasis angestellte – Beraterinnen , die alle über eine sozial-pädagogische Fachausbildung sowie spezielle Zusatzausbildungen im Bereich der Ki+Jugend-Arbeit verfügen, sowie eine Bürokraft, die einmal wöchentlich 4 Stunden arbeitet.

Die Ziele des Vereins sind:

   vor allem und zuerst die

–  opferorientierte, parteiliche, individuelle Beratung von

   Betroffenen.

persönliche Hilfestellung bei Klärung von Verdachtsmo-

  menten im Hinblick auf sex. Mißbrauch und Gewalterfahrung.

Beratung, und Unterstützung von persönlich

   Betroffenen, Eltern, LehrerInnen, und ErzieherInnen.

Prävention im Sinne von Aufklärungsarbeit für alle Schüle-

   rinnen, Schüler + Interessierte z.B. in Form von Unterrichts-

   einheiten. Sowie

 die Kooperation mit Institutionen, Verbänden + Personen,

   wie PsychotherapeutInnen, ÄrztInnen, RechtsanwältInnen, der

   Polizei, den Jugendämtern und dem „Weißen Ring“.

Unsere Fachberaterinnen führen in Kooperation mit den Schulen Informationsveranstaltungen in Schulklassen und Kindergärtendurch. Schon seit langem arbeiten wir an insgesamt 11 weiterführenden Schulen in Oberberg.

       Gesamtschule Gummersbach Derschlag 

       Hauptschule Waldbröl

       Realschule   Waldbröl

       Gymnasium  Nümbrecht

       Hauptschule/Sekundarschule Nümbrecht

       Realschule Bielstein

       Hauptschule/Sekundarschule Morsbach

       Realschule Morsbach

       Gymnasium Wiehl

       Waldorffschule Gummersbach

       Jakob-Moreno Schule und E-Schule Vollmerhausen

        nach Absprache

Darüber hinaus erhalten wir immer wieder Anfragen von weiteren

Schulen, die wir auch zu berücksichtigen versuchen.

Einmal im Jahr wird von uns in Zusammenarbeit

mit den Schulen ein Theaterstück zum Thema sexualisierte

Gewalt oder Gewalt angeboten. Zum einen für die Altersstufe

5./6. Klasse zum anderen für die 8./9. Klassen.

Auf Anfrage finden selbstverständlich auch Beratungen in unseren

Räumen in der Kaiserstr. 21 – 27 in Gummersbach statt.

Hier sind es zum einen Kinder und Jugendliche, die entweder

über die Schulkontakte hinaus Beratungsbedarf haben, oder deren

dringende Wünsche zur Krisenintervention zuerst telefonisch bei uns eingehen, zum anderen Frauen, die um Unterstützung und Rat bei familiärer Gewalt oder ähnlich gelagerten Problemen bitten.

In diesen Räumen haben wir seit Anfang 2015 einen speziellen Arbeitsbereich für unsere Resilienzberaterin eingerichtet.

Der Schwerpunkt liegt vor allem in der Arbeit mit Opfern zwischen 4 und 10 Jahren, die entweder aufgrund ihrer traumatischen Erfahrungen „verstummt“ sind oder noch zu jung, um eine Sprache bzw. Worte für das von ihnen Erlebte (sex. Gewalt und/oder schwere Misshandlung) zu haben. Mit Arbeiten am Tonfeld, dem Sandkasten, mit Handspielpuppen, einem speziellen Puppenhaus und der Möglichkeit des großflächigen Malens gelingt es, die psychische Widerstandsfähigkeit der Kinder zu stärken.

Seit Beginn unserer Statistik im Jahre 1999 haben wir nachweisbar mehr als 6000 Einzelberatungen durchgeführt, wovon mittlerweile fast die Hälfte in den Bereich der sexualisierten Gewalt fällt. Gefolgt von den Bereichen familiärer Probleme, schulischer Probleme, persönlicher Konflikte sowie der körperlichen Gewalt.

Im Jahr 2017 haben wir  570 Einzelberatungen durchgeführt.

Seit Erstellung unserer Statistik ab dem Jahr 1999 ergeben sich

bis zum Ende des Jahres 2017

insgesamt                    6604  Einzelberatungen

aufgeteilt in:               2071 Fälle sexualisierter Gewalt

                                      1229 Fälle familiärer Probleme

                                      1050 Fälle schulischer Probleme

                                       968 Fälle persönliche Konflikte

                                       752 Fälle körperlicher Gewalt

                                       534 Fälle sonstige

Durch die regelmäßigen Klasseninformationen sowie die von uns

unterstützten Theaterstücke zum Thema Missbrauch und Gewalt

haben wir mittlerweile mehr als 28.000 Kinder und Jugendliche erreicht, um sie über ihre Rechte zu informieren sich bei körperlichen, verbalen oder sexuellen Übergriffen Rat und Hilfe zu holen und sie über weitere Themen, wie z.B. Magersucht, Gefahren im Internet, K-O-Tropfen oder Cyber-Mobbying aufzuklären.

Seit 2008 stoßen unsere Präventionsveranstaltungen für Kindergärten und Grundschulen sowohl bei den Pädagog_innen und  Erzieher_innen als auch bei den Eltern auf großes Interesse.

Zudem erhalten wir immer häufiger Anfragen für  Präventionsveranstaltungen  in der Jugend-Freizeit-Betreuung sowie von Schulen für Kinder und Jugendliche mit körperlichen

oder geistigen Behinderungen.(Helen-Keller bzw Hugo Kückelhaus Schule)

Das sind sicherlich Gründe, stolz auf unsere Arbeit zu sein, vor allem, wenn wir bedenken, dass uns in den Anfängen der Beratungsstelle von vielen Seiten Unverständnis bis hin zur Häme entgegen gebracht wurde, denn schließlich – so lauteten die Argumente – leben wir auf dem Land, wo Gewalt – körperliche, seelische, sexualisierte Gewalt kaum vorkommt,  –  gegenüber Kindern ganz gewiss nicht.

Die Zahlen sprechen für sich.